Vom Klassiker in Falkenstein bis zum Turnierplatz in der Heide: wo man rund um Hamburg am schönsten Golf spielt und was jeden Platz einzigartig macht.
Hamburg ist eine Golfstadt, auch wenn man es ihr nicht sofort ansieht. Innerhalb einer halben Stunde vom Jungfernstieg liegen Plätze, die in europäischen Ranglisten weit oben stehen, dazu traditionsreiche Clubs mit Herrenhaus, Parklandschaft und eigener Geschichte. Gerade im Herbst, wenn die Wälder sich färben und die Fairways ruhiger werden, zeigen sie sich von ihrer schönsten Seite. Ein Überblick über die Adressen, die man kennen sollte.
Kurz gesagt
- Der Klassiker: Hamburger Golf-Club Falkenstein, gegründet 1906, Platz von Colt, Alison und Morrison, einer der besten Plätze Kontinentaleuropas.
- Im Nordosten: Walddörfer, Hamburg-Ahrensburg und Treudelberg, eingebettet in Knicks, Wälder und das Alstertal.
- Im Norden: Wendlohe direkt in der Stadt, dazu Gut Kaden mit Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert.
- Im Süden: Hittfeld als Pionier der Nachkriegszeit und Green Eagle als Turnierbühne der Profis.
- Ohne Handicap: Red Golf Moorfleet, öffentlich und nur wenige Minuten von der Innenstadt.
Der Klassiker: Hamburger Golf-Club Falkenstein
Wer in Hamburg von Golf spricht, meint meist zuerst Falkenstein. Der Hamburger Golf-Club wurde am 16. Januar 1906 gegründet, zunächst in Flottbek, und gehört zu den zehn ältesten Golfclubs Deutschlands. Ein Jahr später war er Gründungsmitglied des Deutschen Golf Verbands und stellte dessen ersten Präsidenten.
Seinen heutigen Platz bauten die englischen Architekten Colt, Alison und Morrison zwischen 1928 und 1930 in einen Wald aus Kiefern und Birken im Westen der Stadt, oberhalb der Elbe. Seit Oktober 1930 spielt der Club hier. Das Clubhaus von 1931 im Stil des Neuen Bauens finanzierte der Kaufhausunternehmer Max Emden. Sportlich ist Falkenstein eine Institution: 1981 gewann Bernhard Langer hier als erster Deutscher die German Open. Im Ranking des Magazins Golf World für Kontinentaleuropa stand der Platz 2025 auf Rang 9.
Der Platz ist hügelig, von Bäumen gesäumt und verzeiht wenig. Gastspieler sind unter der Woche nach Anmeldung und mit Handicap willkommen. Wer hier spielt, spürt die Geschichte: alter Baumbestand, Heideflächen und ein Clubhaus, das selbst schon ein Stück Hamburger Architekturgeschichte ist.
Im Nordosten: Walddörfer, Ahrensburg und Treudelberg
Golfclub Hamburg-Walddörfer
Gleich hinter der Stadtgrenze in Ammersbek liegt der Golfclub Hamburg-Walddörfer, gegründet 1960. Den Platz entwarf Bernhard von Limburger, einer der prägenden deutschen Golfarchitekten. 2015 und 2016 hat Christoph Städler ihn behutsam erneuert, mit neuen Bunkern und überarbeiteten Grüns. Die 18 Löcher führen durch eine typisch holsteinische Endmoränen- und Knicklandschaft am Bredenbeker Teich. Dazu kommen ein Pitch-and-Putt-Platz und eine Übungsanlage.
Golfclub Hamburg-Ahrensburg
Nur wenige Kilometer weiter liegt der 1964 gegründete Golfclub Hamburg-Ahrensburg, einer der traditionsreichen Clubs der Region. Der Parklandplatz wurde in den vergangenen Jahren umfassend modernisiert und spielt sich heute zeitgemäß, ohne seinen gewachsenen Charakter zu verlieren.
Golf & Country Club Treudelberg
Innerhalb der Stadtgrenze, im Alstertal bei Lemsahl-Mellingstedt, liegt Treudelberg. 27 Löcher in Heide- und Knicklandschaft, entworfen von Donald Steel und David Krause, und direkt daneben das Steigenberger Hotel. Damit ist Treudelberg eine der wenigen Hamburger Anlagen, auf denen man nach der Runde gleich übernachten kann, ideal für Gäste von außerhalb.
Zusammen machen die drei Clubs den Nordosten zu einem echten Golfrevier vor den Toren der Stadt. Wer mag, verbindet die Runde mit einem Spaziergang im Duvenstedter Brook oder einem Abstecher ins Alstertal.
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Im Norden: Wendlohe und Gut Kaden
Golf-Club auf der Wendlohe
Der Golf-Club auf der Wendlohe ist der Beweis, dass gutes Golf in Hamburg keine Landpartie braucht. Der Club wurde 1964 gegründet und liegt in Schnelsen, nicht weit vom Flughafen. Auf 27 Löchern, aufgeteilt in drei Neun-Loch-Schleifen, wurden Anfang der 1990er Jahre Turniere der European Challenge Tour ausgetragen. Seit 2009 gehört der Club zu den Leading Golf Courses of Germany.
Gut Kaden
Etwa eine halbe Stunde nördlich, in Alveslohe, verbindet Gut Kaden Golf mit Gutsatmosphäre. Eine Lindenallee führt auf das Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, das dem Hamburger Baumeister Ernst Georg Sonnin zugeschrieben wird, der auch am Bau des Michel beteiligt war. Seit 1984 dient es als Clubhaus. Auf den 27 Löchern im Parkland-Stil wurden bereits internationale Profiturniere ausgetragen.
Ebenfalls im Norden empfehlenswert: der Golf-Club An der Pinnau in Quickborn mit 27 Löchern, eröffnet 1982.
Im Süden: Hittfeld und Green Eagle
Hamburger Land- und Golf-Club Hittfeld
Südlich der Elbe, in Seevetal, liegt einer der Pioniere des deutschen Golfs nach dem Krieg. Der Hamburger Land- und Golf-Club Hittfeld wurde 1957 nach angelsächsischem Vorbild als Land- und Golfclub gegründet. John Morrison, der schon an Falkenstein mitgearbeitet hatte, plante hier einen der ersten 18-Loch-Plätze, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland entstanden. Ab 2004 hat der Kanadier David Krause den Platz behutsam neu gestaltet. Das leicht wellige Gelände auf sandigem Boden gibt dem Platz bis heute seinen klassischen Charakter.
Green Eagle Golf Courses
Wer einmal dort spielen möchte, wo die Profis spielen, fährt nach Winsen an der Luhe. Green Eagle wurde 1997 gegründet. Der Porsche Nord Course hat Wasser an fast jedem Loch und misst von den hinteren Abschlägen gut 7.000 Meter. Laut Veranstalter ist er nach dem Course Rating des Deutschen Golf Verbands von den Championship-Abschlägen sogar der schwierigste Platz Deutschlands. Von 2017 bis 2024 war er Austragungsort der Porsche European Open der DP World Tour. Seit 2025 ist hier das Amundi German Masters der Damen zu Gast, zuletzt vom 14. bis 17. Mai 2026: Die Deutsche Leonie Harm gewann mit zehn unter Par ihren ersten Titel auf der Ladies European Tour.
Für Einsteiger und die schnelle Runde
Nicht jeder hat ein Handicap, und nicht jeder Tag erlaubt eine Fahrt aufs Land. Auf der Anlage Red Golf Moorfleet, wenige Minuten von der Innenstadt, ist der Neun-Loch-Platz öffentlich und ohne Mindesthandicap bespielbar. Dazu kommt eine große, teils überdachte Driving Range. Viele Hamburger Clubs bieten außerdem Kurse für die Platzreife an.
Golf im Herbst und Winter
Die Saison endet in Hamburg nicht mit dem Sommer. Viele Clubs halten ihre Plätze bis in den Winter offen, bei Frost wird auf Wintergrüns gespielt. Gerade jetzt sind die Runden oft am schönsten: tief stehendes Licht, Nebel über den Fairways und deutlich weniger Betrieb als im Juli. Wer im Winter lieber am Schwung arbeitet, findet auf den teils überdachten Driving Ranges der Stadt auch bei Regen einen Platz.
Und nach der Runde gehört das Clubhaus dazu. Ob Bauhaus-Klassiker in Falkenstein oder Herrenhaus auf Gut Kaden: Der Kaffee auf der Terrasse oder das Abendessen danach ist für viele der eigentliche Höhepunkt des Tages.
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Frequently Asked Questions
Welcher ist der beste Golfplatz in Hamburg?
Der Hamburger Golf-Club Falkenstein gilt als bester Platz der Stadt und als einer der besten Kontinentaleuropas. Im Ranking von Golf World stand er 2025 auf Rang 9.
Wo kann man in Hamburg ohne Handicap Golf spielen?
Auf öffentlichen Anlagen wie Red Golf Moorfleet ist der Neun-Loch-Platz ohne Mindesthandicap bespielbar. Driving Ranges stehen in der Regel allen offen.
Welche Golfclubs liegen innerhalb der Hamburger Stadtgrenze?
Unter anderem der Hamburger Golf-Club Falkenstein im Westen, der Golf-Club auf der Wendlohe in Schnelsen und der Golf & Country Club Treudelberg in Lemsahl-Mellingstedt.
Kann man in Hamburg auch im Winter Golf spielen?
Ja. Viele Clubs halten ihre Plätze ganzjährig offen und weichen bei Frost auf Wintergrüns aus. Überdachte Driving Ranges ermöglichen das Training auch bei schlechtem Wetter.