Markt-Insight

Hamburg's Architectural Icons

Vom Chilehaus bis zur Elbphilharmonie: Hamburg ist eine Stadt, deren Identität in Bauwerken sichtbar wird.

Hamburg ist keine Stadt der großen Inszenierungen. Im Vergleich zu Berlin oder Paris zeigt sich die Hansestadt zurückhaltend, fast untertrieben, und gerade das macht sie für Architektur-Liebhaber spannend. Wer die wichtigsten Hamburger Bauwerke kennt, versteht die DNA einer Stadt, deren Reichtum sich seit 800 Jahren auch im Material widerspiegelt: Backstein, Sandstein, Stahl und Glas. Sechs Bauten, die Sie kennen sollten.

1. Chilehaus, die Ikone des Backstein-Expressionismus

Das Chilehaus ist eine der wichtigsten Hamburger Architektur-Ikonen des 20. Jahrhunderts und seit 2015 als Teil des Kontorhausviertels Unesco-Welterbe. Der Architekt Fritz Höger errichtete es zwischen 1922 und 1924. Der spitze, schiffsförmige Bau zwischen Burchardplatz und der Straße Pumpen erinnert nicht zufällig an einen Schiffsbug. Auftraggeber Henry B. Sloman hatte sein Vermögen mit dem Handel von Salpeter aus Chile gemacht und benannte das Kontorhaus nach dem Land.

Was das Chilehaus auszeichnet, ist die kunstvolle Klinkerfassade auf einer für die Zeit modernen Stahlbeton-Konstruktion, die die markante Spitze überhaupt erst möglich machte. 

2. Speicherstadt, das Unesco-Welterbe am Wasser

Die Speicherstadt entstand zwischen 1883 und 1927 und ist bis heute der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt. Seit 2015 gehört sie gemeinsam mit dem Kontorhausviertel zum Unesco-Welterbe. Mit den roten Klinkerfassaden, den gotisch anmutenden Türmchen und der direkten Anbindung ans Wasser gilt sie als besonders typisch für Hamburg.

Was viele nicht wissen: Die Speicherstadt steht auf Tausenden von Holzpfählen, die tief in den weichen Untergrund gerammt wurden. Jede Renovierung muss diese Substanz erhalten, was die Speicherstadt zu einem der anspruchsvollsten Sanierungsobjekte Europas macht.

3. Hamburger Rathaus, Neorenaissance mit Selbstverständnis

Das Hamburger Rathaus wurde zwischen 1886 und 1897 unter der Leitung von Martin Haller und sieben weiteren Architekten im Stil der Neorenaissance errichtet. Mit seinen 647 Räumen übertrifft es sogar den Buckingham Palace, eine hanseatische Pointe, die gerne erwähnt wird. Die prächtige Sandstein-Fassade und der 112 Meter hohe Turm sind Ausdruck einer Stadt, die sich nie scheute, ihren Status zu zeigen. Besonders sehenswert sind der Phoenixsaal und der Bürgersaal mit ihren monumentalen Allegorien auf Schifffahrt und Handel.

4. St. Michaelis, der „Michel“ als hanseatisches Wahrzeichen

Die Hauptkirche St. Michaelis, von allen nur „Michel“ genannt, ist das Wahrzeichen Hamburgs schlechthin. Die heutige Barockkirche wurde von Johann Leonhard Prey und Ernst Georg Sonnin errichtet, der markante Turm kam erst 1786 hinzu. Mit 132 Metern Höhe war er für anlandende Schiffe jahrhundertelang das erste sichtbare Zeichen, dass Hamburg in Reichweite war. Von der Aussichtsplattform eröffnet sich ein weiter Blick über Elbe, Hafen und Innenstadt.

5. Elbphilharmonie, Konzerthaus von Weltruf

Die Elbphilharmonie von Herzog & de Meuron, eröffnet 2017, hat Hamburg architektonisch so verändert wie kein Bauwerk seit dem Chilehaus. Auf einem alten Kaispeicher errichtet, vereint sie historische Substanz mit zeitgenössischer Spitzenarchitektur.

Was die Elbphilharmonie auszeichnet, sind die rund 1.100 individuell geformten Glaspaneele der Fassade, eine schwebende Konzertsaal-Akustik im Inneren und die Plaza in etwa 37 Metern Höhe, die einen der besten Hamburger Ausblicke bietet. Die Elbphilharmonie gilt mittlerweile als eines der führenden Konzerthäuser weltweit.

6. Köhlbrandbrücke: ein Wahrzeichen mit Verfallsdatum

Die Köhlbrandbrücke, 1974 fertiggestellt, ist eine von Hamburgs unübersehbarsten Architektur-Ikonen. Mit ihrer markanten Schrägseil-Konstruktion prägt sie die Hafen-Skyline seit über vier Jahrzehnten, weithin sichtbar wie der Michel“. Ihr Ende ist allerdings absehbar: Der Senat hat entgegen der Empfehlung mancher Denkmalschützer beschlossen, die mittlerweile marode Brücke durch einen höheren Neubau zu ersetzen, der sich optisch allerdings an den Vorgänger anlehnen soll. Der Nachfolger dürfte allerdings frühestens Ende der 2030er-Jahre für den Verkehr freigegeben werden.

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